Berliner Zeitung, 01.02.2001
Lokales
von Marlies Emmerich
Die Mitarbeiter fürchten sich trotzdem vor Konsequenzen. "Der Personalchef hat mit Lohnsenkungen gedroht", sagt Manfred Föllmer von der Industriegewerkschaft (IG) Medien. Außerdem sollte laut Föllmer bei der kurzfristig einberufenen Personalversammlung über die Gründung eines Betriebsrates abgestimmt werden. Erst nachdem die Gewerkschaft mit rechtlichen Schritten gedroht hatte, habe die Unternehmensleitung einen Rückzieher gemacht. Die Mitarbeiter hätten Angst, sich öffentlich zu äußern. Föllmer geht davon aus, dass sich ein Betriebsrat bildet. "Die Gewerkschaften sind auf Mitgliederfang aus", sagt Horst dazu.
Erst Anfang Januar hatte ein anderes Unternehmen, die Firma "tip AUTO", wegen einer geplanten Betriebsratsgründung 81 KfZ-Mechaniker entlassen. Wie Burkhardt Bildt von der Industriegewerkschaft (IG) Metall am Mittwoch sagte, würde das Arbeitsgericht in der kommenden Woche über die ersten Klagen gegen die Kündigungen entscheiden. Die Geschäftsleitung zahle noch ausstehende Gehälter nur an diejenigen, die auf juristische Auseinandersetzungen verzichten.
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